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   Themen und Inhalte: GS 2012


Lic. phil. Horst Krüger, Zürich: 
150 Jahre Italo Svevo (1861 – 1928): „Einer von denen, die man immer wieder liest und die sich nie erschöpfen.“ (Elias Canetti)

Wer Italo Svevo noch nicht kennt, sollte den 150. Geburtstag (19. Dezember 2011) zum Anlass nehmen ihn kennenzulernen, und wer ihn kennt, sollte ihn „wiederlesen“! Denn Hector (Ettore) Aron Schmitz, der sich Italo Svevo nannte, gehört neben Joyce, Proust, Kafka und Musil nicht nur zu den bahnbrechenden Autoren der sogenannten „Moderne“, er wirkt auch heute noch (und wieder!) über weite Strecken ausgesprochen modern.

Svevo beschäftigt sich in allen seinen Werken mit dem Typus des „inetto“, des „Unfähigen“, unfähig zu planen, zu handeln, zu leben. Seine Figuren sind – wie er sich ausdrückt – alle dem „Laster der Selbstanalyse“ verfallen. Mit einer ausserordentlichen Präzision wird die Psyche des „Durchschnittsmenschen“ doppelt analysiert: vom Protagonisten und vom Erzähler, wobei die Perspektive ständig wechselt und ironische Brechungen den Leser  verunsichern. Streckenweise sind Svevos Texte unheimlich komisch, wobei das Wort „unheimlich“ mit Bedacht gewählt wurde.

Ein weiterer Grund zum Wiederlesen: Ein bisher vernachlässigter Aspekt im Werke Svevos ist das Ökonomische. Die Romane sind geprägt von dem, was der französische Philosoph Lyotard als den „ökonomischen Diskurs“ bezeichnet. Ökonomische Kategorien „fressen“ sich sozusagen in das Privateste hinein, Geld, Ware und Tausch sind omnipräsent. Dadurch muten die Texte z.T. geradezu zeitgenössisch an.

Und Svevo kannte sich aus mit der Ökonomie, war er doch zunächst Bankangestellter und später erfolgreicher Industrieller in Triest.

Wir wollen uns in Stresa über die 3 Romane unterhalten:
Una vita 1892 , deutsch: Ein Leben
- Senilità 
1898 , deutsch:  Ein Mann wird älter (in neuer Übersetzung: Senilità)
- La coscienza di Zeno,
deutsch: Zeno Cosini (in neuer Übersetzung: Zenos Gewissen)

Für unser Gespräch sind alle Ausgaben geeignet. Bitte so viel wie möglich lesen!
Fragen und Anregungen sind willkommen!    

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PD Dr. Norbert Lennartz, Bonn und Vechta:
William Shakespeare, Romeo and Juliet und die Sonette

Im Zuge der Romantisierung Shakespeares zu Beginn des 19. Jahrhunderts ist Romeo and Juliet immer wieder als romantische Liebesgeschichte zweier junger Menschen wider das ancien régime der Elterngeneration gelesen worden. Liest man die Tragödie jedoch im Kontext ihrer Zeit und beachtet man überdies, wie brachial die beiden Liebenden Grenzen der Moral und des Zeitgeistes überschreiten, so wird offenkundig, dass Shakespeare beiden Figuren kritischer gegenübersteht als der heutige Leser.

Zusammen mit ausgewählten, von Christa Schuenke übersetzten Sonetten soll Romeo and Juliet einer neuen, kritischen Lesart unterzogen werden. Franco Zefferellis Film (1968) wird die intensive Lektüre des Textes ergänzen.

Textgrundlage: Romeo and Juliet, zweisprachige Ausgabe, übersetzt von Frank Günther. München: dtv, 2001. Eine Auswahl von Sonetten wird bereitgestellt. 

Zum Seminarleiter:

Geb. 1963, Studium der Anglistik, Komparatistik und Germanistik in Bonn; 1992 Auszeichnung durch den von Königin Elizabeth II persönlich verliehenen Queen’s Prize für herausragende akademische Leistungen; 1998 Promotion mit einer Arbeit zur Absurdität vor dem Theater des Absurden: von Byron bis T.S. Eliot; 2004 Habilitation über das Thema (De-) Konstruktionen von Körper und Erotik in der englischen Literatur des 17. Jahrhunderts; zahlreiche Veröffentlichungen zur englischen Romantik, aber auch zu Dickens, Wells, Wilde, Hardy und Joyce in renommierten Fachzeitschriften in Amerika und Europa.

2004-2006 Vertretung einer Professur in Saarbrücken; 2006-2010 Vertretungen von Professuren und Lehrprofessuren in Stuttgart, Hannover und Würzburg. Seit 2011 Dozent für Anglistische Literaturwissenschaft an der Universität Vechta.

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